Portugal


Die Küstenlinie Portugals zählt mit zu den besten Wolfsbarsch-Revieren Europas. Aufgrund ihres markanten Gesichts – bestehend aus zerklüfteten Felsküsten, ausgedehnten Stränden und Lagunen – lässt sie jedem versierten Wolfsbarschangler das Herz höher schlagen.

Egal ob mit Brandungsgeschirr, Spinnangel oder Fliegenrute, die Küste Portugals bietet Wolfsbarschangeln der Extraklasse. Welche europäische Küste kann von sich behaupten, noch Exemplare über einen Meter Länge zu beherbergen.


Die Wolfsbarschsaison beginnt Anfang Oktober und endet im Juni. Natürlich werden auch Wolfsbarsche im Sommer gefangen, die echten Roballos (Wolfsbarsche) gehen jedoch mehr in der kälteren Jahreszeit dicht unter der Küstenlinie auf Nahrungsuche.

Auch hier gilt bewegtes Wasser in Form von Springflut oder nach einem Sturm als beste Vorrausetzung, um Wolfsbarschen mit der Angel erfolgreich nachzustellen.

Vom Ufer


Vom Strand her sind parallel zum Ufer verlaufende Sandbänke, vor allem ihre Enden, bei ablaufendem Wasser ein wahrer Hot-Spot. Dort sammelt sich allerlei Kleingetier, was auch die Meeresräuber wissen und wo sie auf leichte Beute lauern.


Die Übergänge von felsigen in sandige Strandabschnitte sind durchaus potenzielle Roballo-Reviere (Roballo = Wolfsbarsch). Die besten Beißphasen liegen hier in den Morgen- und Abendstunden.


Wie auch an der restlichen Atlantikküste (auch Nordsee) wird hier in Portugal das Angeln stark von den Gezeiten beeiflusst. Ob bei ablaufendem oder steigendem Wasser, wenn es ordentlich strömt bekommen die Fische Appetit.


Vom Boot

Auf dem Atlantik sind die gängigen Angelmethoden mit Künstködern wie Pilker und Shads sehr erfolgreich. Fischt man jedoch in den Flussmündungen - die aufgrund ihrer heftigen Strömung viel Sand aufwirbeln - sind Naturköder die erste Wahl.

Frischgehäutete Krabbe: Damit sie nicht vom Haken fällt,
ist ein sogenanntes bait elastic (Ködergummi) sehr hilfreich.

Aufgrund der extrem starken Wassertrübung verlassen sich die Fische hier eher auf ihren Geruchssinn: Der Topköder ist frisch gehäutete Krabbe (peeler crab) am Stück oder geteilt (siehe Foto unten). Dem starken Eigengeruch der Krabbe, welchen sie nur beim Panzerwechsel besitzen, können die Wolfsbarsche kaum wiederstehen. Um die weichen Krabben sicher am Haken zu halten empfiehlt sich hier ein sogenanntes bait elastic (Ködergummi). Um die Fische nicht beim ersten Biss zu Verschrecken ist ein bait elastic dünneren Durchmessers anzuraten.

Wolfsbarsch aus der Tejomündung


Eine schwere Angelausrüstung wie sie zum Fischen auf dem Atlantik verwendet wird, ist in den Flussmündungen nicht von Nöten; mittelschwere Spinnruten mit einem Wurfgewicht von bis zu 80 g reichen hier völlig aus. Die durchschnittliche Wassertiefe zwischen den Sandbäcken liegt bei 6-9 m.

Willkommener Beifang, ein kampfeslustiger Adlerfisch.

Der gefleckte Roballo

(Dicentrarchus punctatus)

Der gefleckte Wolfsbarsch ist ein naher Verwandter des Dicentrarchus labrax. Mit einer maximalen Länge von 70 cm bleibt der gefleckte Wolfsbarsch deutlich kleiner, die durchschnittliche Größe liegt bei 40 cm. Sein Vorkommen beschränkt sich auf die südlichen Küsten Europas.

Wolfsbarsch, gefangen am Spinngeschirr (nähe Setubal)


Wolfsbarsch aus der Brandung (Algarve, Jens Polster)


Zwei gefleckte Wolfsbarsche aus der Algarve von Jens Polster.