World Predator Classic 2016
Kayakeven


Ein kleiner Blog über das Kajak Event der World Predator Classic 2016 in Hellevoetsluis am Haringsvliet (Niederlande).

Ende Juli stand zum dritten mal die World Predator Classic ins Haus und der Beschluss wieder daran teil zu nehmen stand. Diesmal mit meinem Angelkumpel Salah, wir wollten in diesem Jahr mal richtig angreifen und uns auch in die Punkteliste fischen. Ca. vier Wochen vorher kam die lang ersehnte Email vom Angling Spirit (der Veranstalter der WPC) mit weiteren Details zum Event und die wichtige Karte mit unserer Kajak-Zone in der wir fischen durften. Mit der Gewissheit das diese sich der selben Zone wie im Vorjahr fast gleichen sollte, ging es in die Planung. Mit den Fängen und Fangplätzen von 2015 im Hinterkopf wurden die Gezeitenverläufe genau studiert (wichtig für einige der Spots) und die Trainingsfahrten zum Haringsvliet geplant.

Mit unserer ersten Trainigseinheit stieg auch die Vorfreude, alles lief perfekt nach Plan. Auch der zweite Besuch war eine Runde Sache. Fische satt, Barsch, Zander, Hecht in guten Größen, diese sollten für wertvolle Punkte sorgen.














Da wir in den Niederlanden fischen und wir auch die Fische nochmal im Wettkampf brauchten, wurde alle wieder unbeschadet in ihr Element entlassen.


Mit guten Gewissen und einem noch besseren Plan für das Angeln beim Event wurden die letzten Tage noch mit dem Optimieren unsere Yaks und dem Tackle sortieren verbracht.


Der lang ersehnte Tag zur Registrierung vor Ort wurde beinahe zu Fiasko, als wir die offezielle Kayakmap mit der Kajak-Zone in den Händen hielten.  Die Zone wurde auf ein Drittel von der im Vorjahr zusammen gestampft. Unsere Spots befanden sich weit ausserhalb deren Grenze, unser Plan, das Training war für die Katz.
Was nun? Auch alle anderen, regelmäßigen Teilnehmer waren wie vor dem Kopf gestoßen. Alles wieder neu überdenken, innerhalb eines Tages musste der Notfallplan stehen.

Oben die Kajakzone von 2015, unten die auf mehr als die Hälfte gekürzte Zone von diesem Jahr. Warum und wieso wir in dieser Minizone ohne echte Hotspots fischen sollten... war allen ein Rätsel.

Uns blieb dann nichts anderes übrig die Sache sportlich anzugehen und den Lokalmatadoren das Leben schwer zu machen. Mit dem was wir für die entsprechenden Spots gelpant hatten, kein leichtes Unterfangen. Aber es kam noch 'bescheidener'. Aber erstmal die Eröffnungszeremonie genießen, alte Freunde treffen und die schlechten News mit eine Bier ertränken, dieser Plan war schnell umgesetzt.

Ein Foto für's Familienalbum mit Bass Boat Germany.

Am Donnerstag war der Spaß vorbei, man konnte in jedem Gesicht eine gewissen Anspannung wahrnehmen. Auch die üblichen "Pokerfaces" waren nirgends zu entdecken. Grund der Anspannung, das Wetter. Es schlug alle Stunde neue Kapriolen. Kräftiger Wind mit Böen bis 7bft. und übelste Regenschauer wechselten später im Minutentakt. Die Briefing der einzelnen Events verschob sich nach hinten, was noch mehr Unruhe unter den Kontrahenten (egal ob Boot oder Kajak) schürte. Denn die wertvolle Anglezeit litt sehr darunter. Dann endlich, die Stunde der Wahrheit, unser Briefing war an der Reihe. Wer hätte es anders erwartet, unsere Zone wurde aufgrund des Wetters nochmals halbiert. Was im Endeffekt schon Sinn machte, denn es nahmen auch weniger erfahrene Yakangler Teil.


Endlich Rock'n'Roll, nach etlichen Diskussionen konnte wir die Yaks ins Wasser bringen und die Konzentration aufs Wesentliche stieg in den Köpfen. Es zählte nur eins, so schnell wie es ging zum ersten Spot, der beim Training einige Fische brachte.

 Werbung

Der Wind und die Wellen auf dem Haringsvliet machten den Sprint zum ersten Spot nicht einfach, dann die Ernüchterung. Der Spot war wie leer gefegt, kein Anbiss oder Nachläufer war zu verzeichnen. Das einzigest was nun hilf war Strecke machen und die Fische finden. Mit ein paar Zandern wollten wir die ersten Punkte einfahren, es folgen ein paar Attacken auf unsere Köder doch kein Fisch ließ sich bis zum ende Drillen. Entwerder blieb es bei den harten Attacken oder die Fische stiegen nach ein paar Meter wieder aus.


Jetzt war guter Rat teuer, um nicht ganz mit einer dicken Null den ersten Tag zu beenden, setzte ich alles auf eine Karte und befeuert mit Spinnerbaits die Uferregion. Den schmalen Grat zwischen der Steinpackung und der ersten Krautbank. Fürs innere Wohlbefinden kam dann doch ein mittlerer Barsch auf meine Punkteliste.


Salah konnte einen Zander auf seinem Konto verzeichnen.

Der zweite Tag glich zu beginn dem ersten, beim Briefeng gab es wieder ein Dämpfer. Aufgrund des zunehmeneden Windes wurde unser Kayakevent in einem nahegelegenen 'Kanal' verlegt. Das musste erst einmal sacken, mit ca. 40 Kayaks auf einem mittleren Kanal... das bei einem Tournament... .

Auf dem Kanal war Pokern angesagt, entweder waren ein paar Brücken der Schlüssel zum Erfolg oder wir beackerten zwei Yachthäfen. Letzteres machte mehr Sinn in diesem Moment. Denn mit gut 30 Kayaks sich unter 2-3 Brücken zu quetschen, war nicht unser Verständnis vom Tournamentangeln. Das Pokerspiel hatten wir leider verloren... ausser ein paar Anbissen, einem verlorenem Zander bei mir, plus einem verlorener Zander und dem Verlust der Kamera beim Salah kamen wir am 2. Tag auf keinen grünen Zweig. Naja Glückspiel ist nicht so unser Ding.

Ein großes Hindernis, eine Schleuse trennte die beiden Yachthäfen, was bei der Durchfahrt, viel Angelzeit kostete.


Die etwas holprige Rückfahrt zum Startpunkt war dann unser Highlight für den zweite Tag. Aus Frust und mit Schmackes über die hohen Wellen brettern, war mein Ventil für den verkorksten Angeltag.

Das Briefing am dritten und letzten Tag ließ dann wieder etwas Hoffnung aufkeimen. Wir durften wieder draußen, auf den Haringsvliet spielen. Zwar nicht in der bekannten Kajakzone, diese wurde aus Sicherheitsgründen auf die andere, windabgewannten Seite des Haringsvliet verlegt. Startpunkt war der Hafen von "Stad aan Het Haringvliet", nun wurden die Karten neu gemischt.

Denn diese Zone hatte zum Glück niemand auf seinem Plan. Auch hier war es nicht einfach an den Fisch zu kommen, doch zahlte sich etwas Erfahrung und Gedult aus. Die erste Hälfte des letzten Tages verlief sehr schleppend. Doch kurz vor 'Abruch' des Events, so zu sagen in den letzten 30 Minuten, des letzten Tournamentages, wendet sich das Blatt und ich konnte mich auf den 5. Tagesplatz nach vorne fischen. Der Abruch erfolgte nicht durch die Event Organinsatoren, sondern durch Wasserschutzpolizei, die den gsamten Haringsvliet räumen ließ aufgrund der immer heftiger werdenden Windböen (bis 8/9bft,).

Selbst die Sonne hatte mit uns am letzte Tag erbarmen.

 


Grund des Eventabruches liegt offensichtlich auf der Hand. Wellen bis 2m machten den Bootsangler das Leben schwer. Wir hatten zwar in unserer Kajakzone wenig Wellengang, aber die Wasserschutzpolizei hat dort nunmal das Sagen. Gut das alles glimpflich ausgegangen ist.

Sieger des Kajakevents und somit auch zum zweiten mal in Folge: Daniel van der Post. Mir und Salah blieb der 17. u. 18. Platz im Gesamt Klassement

Mal sehen ob es für uns im nächsten Jahr ein Wiedersehen gibt.

Fotos: u.a. Andreas Volz, Gero Priebe.